PETRI’s TOR heute

Posted in: , - Okt 14, 2016 2 Comments
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Ein  Tor zum Osten, die Seite von der jeden Morgen die Sonne aufgeht.

Vor über 750 Jahren wurde das historische Petritor vermutlich gebaut. So wie es gebaut wurde hatte es damals einen Sinn und so seine Bedeutung. Jetzt ist es nicht mehr da und die Aufgaben,Möglichkeiten und deren Bedeutung sind andere: Es jetzt wieder genauso aufzubauen hieße, es hat heute noch den Sinn und die Bedeutung von vor 800 Jahren, aber die hat es nicht mehr!Unsere Idee hat Achtung vor dem historischen Moment. Es findet sich in der historischen Kubatur wieder. Aber auch heute – wie damals – muss die Frage lauten: Was kann dieser Platz, dieser besondere Ort heute und jetzt für unsere Stadt leisten! Es ist heute noch das Tor zum Osten. Kein Tor für Pferdewagen, Gaukler und Bauern die von den Ländereien auf den Markt ziehen. Jetzt ist es der vierspurige Autoanbinder der Rostock mit Skandinavien und Berlin verbindet!

Ein Denkmal sollte kontrastiert und nicht kopiert werden!

Nach Oscar Niemeyer, der Großartiges geleistet hat – wird seine Ansicht zu einem wunderbaren Blick in die Architekturphilosophie der Moderne . Das Tor ist ein Tor. Es ist aber auch ein Weg und ein Platz der dieses Eingangsportal zu dem werden läßt, was ich sehe: Eine provokante Architektur, die mit dem archäologischen Museum eine enge Verbundenheit zu der Stadt und seinen Wurzeln zeigt. Gemeint sind die Wurzeln in der Baugeschichte, Handel, Kunst, Kultur, dem Handwerk und Rostocks Weltoffenheit als Hansestadt jetzt und heute. Es kann nicht nur darum gehen ein altes Haus, was es nicht mehr gibt, nur -in Neu- nachzubauen.

Wo ist unsere Möglichkeit?
Wo ist unsere Chance heute als Stadt mit unglaublichem Potenzial?

Keiner würde auf die Idee kommen, aus großer Achtung und Wertschätzung vor Johannes Kepler sich mit seinem historischen Fernrohr für eine Mondmission zu bewerben! Und ich liebe Kepler und seine Ideen, die er uns geschenkt hat!…so gerne ich zum Mond will —es wird nicht reichen ! Es ist an diesem Ort eine neue Vision und Wahrnehmung von Rostock möglich… Kein Besucher, kein Rostocker, der es nicht wahrnehmen wird: Hier ist der Grundstein und die Herausforderung aller Ideen zu diesem Ort . Es ist langweilig eine Idee von vor 800 Jahren nachbauen zu wollen……

Der Baukörper wird mit gläsernen Außenwänden 3 oder 4 Geschosse in die Erde gehen: Es können so 6 Meter hohe Räume für die Präsentation der Rostocker Geschichte unter der Erde entstehen. Die Form des Baukörpers könnte stützenfrei sein. Die tragenden Wände sind ca.1.50 Meter von den inneren Vollglaswänden, also unter den jeweilig angrenzenden Fußwegen. Der Besucher sieht durch die gläsernen Wände und entdeckt die Aufschüttungen der Jahrhunderte, auf der Stahlbetonwand als große Fotowand ..komplett in allen Untergeschossen. Gefühlt im Flußbett der Warnow stehend, kann das beeindruckende Relief des Bodendenkmals durch eine schwarze Leinwand komplett verhüllt werden. Dadurch ist auf 1500 m2 ein Kinosaal entstanden, der über Videotechnik mit den heute möglich vermittelbaren Sinneswahrnehmungen wie Geruch, Feuchtigkeit, Musik und Licht in Welten führt, die den Besucher nachhaltig verändern werden. Ein archäologisches Museum in die Erde zu legen hat eine ganz besondere Energie für den Betrachter.

Noch einige Erklärungen zu dem oberirdischen Platz:
Seine Faszination kommt durch die Blickachsen. Von der Petrikirche auf der Höhe seines Fußes ebenerdig wandernd zur neuen Silhouette der Silos, den AIDA Gebäude und der gesamten Neubebauung am Wasser. Es entsteht so eine völlig neue Wegachse von der Petrikirche, über/durch das alte Petritor, über die so sehr trennende Strasse direkt ans Wasser. Am Ende eine Rutsche …meine Enkel werden diesen Weg lieben. Es wird auch ein großartiger Entertainment Platz und ein großzügiges Entree für das Museum werden! Die Kosten sind heute nicht wichtig zu beziffern! Wichtig ist eine Entscheidung zu finden, ob Rostock ein solches Gebäude für dieses Thema an diesem Ort möchte! Der Platz könnte hier sein!!!

Mit ihm wird Rostock den Rostockern und den Besuchern näher kommen.

Pressespiegel

2 Kommentare to “PETRI’s TOR heute”

  1. Antworten Martin Dostal says:

    Auf dem ersten Blick: OMG! Aber das vorletzte Bild zeigt, wie sinnvoll eine Überspannung des breiten grauen Straßenraumes mit etwas lockerem ist, wenn es doch zugleich auch ein Verkehrsproblem löst (sofern es rollstuhl- und fahraddtauglich ist). Es ist einladend und fast schon selbst ein Tor. Das eigentliche Petri-Tor selbst ist mir zu wenig in Szene gesetzt – das steht so im Schatten des Ganzen. Ich frage mich, ob man es von der Straße aus überhaupt noch sieht oder es vollends hinter dem Schiff verschwindet. Vielleicht doch lieber ein Dach auf das Gebälk?Unter diesem Dach muss was hin, vielleicht ein Artefakt, ein altes Schiffsteil oder so etwas. Für einen Entwurf m. E. aber schon richtungsweisend. Nur leider ist das in Rostock immer so eine Sache mit Visionen. Meistens schleifen am Ende so viele daran rum, dass nur Betonklötzer heraus kommen.

    • Antworten Martin Graupner says:

      Was für ein Verkehrsproblem löst das denn? Man kommt auf der anderen Seite, da wo diese gruselige Pseudo-Wasserrutsche steht, nicht wirklich runter. Und was an dem Entwurf hat etwas Lockeres? Dieses ›Segel‹ in 90er-Jahre Ästhetik ohne Funktion, das nach einem Jahr nur noch dreckig aussieht? Keine Ahnung, was daran toll sein soll. Von den Wellenlinien des Gebäudes bekommt man einen optischen Tinitus und die Chance darauf, das Petritor, das einmal ein so wundervolles Ensemble mit der Kirche ergeben hat, wiederherzustellen, wären damit auch vertan.

      Aber auch rein architektonisch, ist das katastrophal. Rutsche, Segel und Holzaufbau sind drei ganz unterschiedliche Formsprachen, die kein bisschen miteinander harmonieren.

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