Neuer Markt – Nordkante

Posted in: , - Okt 21, 2013 7 Comments

Nordkante des Neuen Marktes – eine Verbindung von Vergangenheit und Zukunft

Der Neue Markt in Rostock ist einer der wichtigsten und historisch bedeutsamsten Plätze in der Hansestadt. Die nun anstehende Neubebauung der brachliegenden Nordkante erfordert gerade jetzt eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl. Die in den Bombennächten 1942 stark beschädigten und nach dem Krieg restlos beseitigten Gebäude dieser Seite gaben dem Neuen Markt ein ganz anderes, geschlossenes Flair als man es jetzt mit dem freien Blick auf die Marienkirche und die Lange Straße gewohnt ist. Eine neue Bebauung an dieser Stelle sollte der Geschichte der Stadt Rechnung tragen, jedoch nicht verloren gegangene Bausubstanz als 1:1-Kopie ersetzen. Sie soll  die neue Stellung der Hansestadt in unserer Zeit repräsentieren und für ihre Zukunft im Verbund der Ostsee-Anrainerstaaten stehen. Unser Entwurf fügt sich harmonisch in die noch vorhandene historische Bebauung ein und gibt dem Neuen Markt seinen ursprünglichen Charakter zurück. Jedes Haus steht für einen unserer gerade für Rostock wichtigen baltischen Nachbarn und schafft eine Verbindung über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Eine Markthalle im Erdgeschoss soll weiterhin aus dem Neuen Markt tatsächlich einen ‘neuen Markt’ werden lassen.

Städtebaulich ist die Nordseite des Neuen Marktes ein äußerst neuralgischer Punkt. Sie wird künftig unser Aushängeschild sein, auf (fast) jeder Postkarte und jedem Touristen-Foto zu sehen sein. An dieser Stelle sollte der architektonischen Zeitgeist nicht die entscheidende Rolle spielen.

Was denken Sie über diesen Entwurf? Ihre Meinung interessiert uns sehr!
Pressespiegel

7 Kommentare to “Neuer Markt – Nordkante”

  1. Antworten Gunnar says:

    In der heutigen Ausgabe der OZ wurden die 5 Preisträger für die Bebauung des Neuen Marktes bekannt gegeben. Leider ist ihr Entwurf nicht dabei ! Ich finde dies sehr bedauerlich, da ich Ihre Idee für die bisher beste Lösung ansehe. Gibt es noch Hoffnung ?

  2. Antworten Nicolas says:

    Toller Entwurf, wenn man das bauen würde, könnte man sich sicher sein, dass es zu einem beliebten Fotomotiv und Touristenattraktion werden würde!

  3. Antworten Ruben says:

    Eine sehr schöne Idee!!! Leider ist die Farbgebung doch etwas zu intensiv. Aber das wäre ja sehr leicht zu korrigieren. :)

  4. Antworten Sara says:

    Es tut mir Leid, aber im Gegensatz zu den anderen Kommentatoren finde ich den Entwurf einfach nur schrecklich!
    Es ist richtig und wichtig die Nordseite des Marktes wieder zu schließen um den städtebaulichen Zusammenhang wieder herzustellen, aber doch nicht so bitte.
    Die baltischen Nachbarn sind vielleicht für Rostock wichtig, aber was haben sie mit diesem Platz zu tun? Da gibt es keinen Zusammenhang.
    Darüberhinaus ist es durchaus wichtig eine mögliche neue Bebauung in die bestehende einzufügen, aber doch nicht mit einer historisierenden Bebauung! Wir leben doch nicht mehr im 19. Jahrhundert, auch moderne Gebäude können durchaus mit Bestandsgebäuden harmonisieren. Und warum sollte denn keine moderne Bebauung an der Marktkante stehen, wäre sie doch Zeugnis unserer heutigen Kultur und ein Beitrag zu der Bebauung am Markt, an der ebenfalls verschiedene Epochen beteiligt und Stile abzulesen sind. Schöne erhaltene Altbauten sind ein Glücksfall für jedes Stadtbild, aber es sind Altbauten. Warum sollten wir heute etwas schaffen, dass nur so anmutet als wäre es alt, aber eigentlich doch neu ist. Und derartige Giebelhäuser machen sich vielleicht gut auf Postkarten, aber sie sind weder zeitgemäß noch authentisch!

  5. Antworten Martin Dostal says:

    Würde der Auftrag lauten, diesen Abschnitt wieder nach historischem Vorbild herzustellen, wäre der Entwurf richtig. Wenn es aber etwas neues sein darf, würde ich hier nicht historisieren, sondern diese historischen Formen in etwas Ganzes packen. Vielleicht haben Sie es vor Augen, wenn ich sage: Einzelhäuser andeuten, Giebel andeuten, historische Stilelemente nutzen (Backstein, Stuck…), aber es doch EIN Gebäude sein lassen. Möglichst gläsern, damit es nicht klobig ist (das können Sie eigentlich gut), vielleicht auch ein wenig passagenmäßig, wie bei der Med und bitte zu den Schienen hin nicht geschmacklos werden – das ist auch eine Schauseite und die ist in Entwurf nicht gelungen. Oder man überbaut die Schienen und integriert die Haltestelle in die Passage, das hätte auch was. Irgendwo muss dann aber ein Überraschungsmoment her, ein Punkt, zu dem man automatisch kommt und heraus tritt und auf den Markt mit seinem Rathaus blickt und weiß: “Jetzt bin ich in Rostock.”

  6. Antworten Joachim Wiegmann says:

    Nichts gegen den Gedanken, die Baltischen Nachbarn durch Bauwerke zu repräsentieren. Aber bitte nicht hier!
    Rostock hat sehr unter der Zerstörung im Krieg gelitten und unter der Regierung mit den Plattenbauten. Wenigstens am Neuen Markt könnte die Wunde der Stadt geschlossen werden durch eine Bebauung die sich an der Vorkriegssituation orientiert und im Stil zur wieder aufgebauten Westfassade passt. Danzig, Dresden, Potsdam und Berlin sind einige Beispiele dafür, das es sich lohnt, wichtige Teile einer Altstadt wieder aufzubauen.

  7. Antworten Andreas Schwinkendorf says:

    Ich stimme @Ruben zu, wonach die “Sättigung” der Farben doch “mutig” ist. Hier sollte m. E. dezenter vorgegangen werden. Ansonsten finde ich die architektonische Gestaltung mehr als gelungen. Natürlich darf sie nicht “modern” sein, sondern muss sich harmonisch ins Vorhandene eingliedern. Eben, wie es auf dem Bild dargestellt ist. Hut ab, ich finde es sehr gut.

    Es würde Rostock sehr gut “zu Gesicht stehen”, wenn Ihr Entwurf so umgesetzt werde. Auch, und gerade auf dem Neuen Markt.

Schreiben Sie einen Kommentar