Der Wahnsinnige von Rostock

Posted in: f-media- Jul 03, 2001 No Comments

Bild-Zeitung 03.07.2001

Vor 25 Jahren war er Olympia-Kader im DDR-Kanurennsport. Schon damals war er es gewohnt, amWesten vorbeizuziehen.Betriebswirt Dr. Harald Lochotzke (45), an der Warnow nennen ihn viele nur den “Wahnsinnigen”. In den letzten sechs Jahren stieg er zum “Bürohaus-König” von Rostock auf und auch hier kennt er kein Zurückrudern.
Er hat sich den amerikanischen Star-Architekten Helmut Jahn (baute Sony-Center Berlin) ins Boot geholt und baut für 250 Millionen Mark ein Büro- und Dienstleistungscenter, das New Yorker Dimensionen hat. Mit riesigen Qualitätsbüros zu Aldi-Preisen will er Hamburg und Berlin das Wasser abgraben. “Wer bei uns 10.000 m² mietet, spart gut 2,2 Mio Mark im Jahr,” so Lochotzke.
Konkret am Vögenteich geplant: Ein Bürohaus, die “Deutsche Med” (Gesundheitszentrum mit Arztpraxen und ambulanten OP) sowie die Rostocker Akademie (Bildungshaus). Insgesamt fast 80.000 m² Fläche.
Lochotzke selbstbewusst:”Wir müssen uns nicht verstecken. Haben das Know How, die Kraft, die Kreativität, besser zu sein als der Westen. Jetzt sind zehn Jahre vorbei. Wir sind auf der Überholspur. Der Westen weiß es nur noch nicht. Rostock wird die Hammer-Metropole der Ostsee, mit zwei internationalen Flughäfen: Rostock Fuhlsbüttel und Rostock Tegel…”
Größenwahn wie einst bei Baulöwe Dr.Schneider ? “Die Banken, die unsere Projekte zu 100% finanzieren, haben die Konzepte als realistisch, schlüssig und wirtschaftlich eingestuft,” sagt Lochotzke. “Zudem haben wir bereits mit Großkonzernen Kontakt aufgenommen, es gibt Interessenten für unsere Büros.” Im Zeitalter der modernen Daten-Vernetzung sei der Arbeitsort zudem egal, so Lochotzke. Wichtig sei, dass das Freizeit-Umfeld stimme. Und dies sei in Rostock viel besser, als in anderen Städten. “Wir wollen hier 5000 Leute in Arbeit bringen – in einem Umfeld, das Weltklasse ist. Unser Slogan lautet: Rostock. Das ist es.”
Was sind seine Trümpfe ?
Lochotzke hat für seine Gebäude Fertigglasteile entwickelt,die industriell vorgefertigt und witterungsunabhängig montiert werden können. Die lichtdurchfluteten Etagen werden weitestgehend stützenfrei gebaut, Kunden können sie daher absolut variabel gestalten. Auch kommt er ohne klassische Heizkörper aus – die Häuser werden mit flachen, jederzeit austauschbaren Heizmodulen bestückt. Und: Alle Entscheidungen liegen in einer Hand. “Deshalb ist unser Projekt auch um die Hälfte billiger…”
Ganz andere Sorgen bei einigen Rostockern. Sie fürchten, Lochotzke würde das Stadtbild kaputtmachen.
“Der Altstadtkern wird gar nicht berührt, unser Komplex in die vorhandene Skyline eingebettet.” Lochotzke möchte vielmehr, dass die Einheimischen sein Projekt als Chance sehen. “Wir Rostocker waren zu DDR-Zeiten schon das Tor zur Welt, können doch jetzt nicht zum Kellerfenster werden. Bislang definiert sich die Stadt nur über Hansa und die ARD-Wetterkarte – das muss sich ändern. Jede Zeit hat eine Verpflichtung, eine Stadt für die Zukunft neu zu prägen. Wir sind dabei!”PS: Wer mehr wissen will: www.harald-lochotzke.de

Keine Kommentare zu “Der Wahnsinnige von Rostock”

Schreiben Sie einen Kommentar